Am 23. Januar erhielt Frau Düvel, die AG-Leitung unserer Schülerzeitung, eine Nachricht von Frau Wostal. Diese hatte sofort an unsere Schülerzeitung gedacht, als sie ein Angebot für junge Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten zur diesjährigen Leipziger Buchmesse erreichte – zugesendet von Lan, der Referentin für Jugendbildung und Schülerzeitungskampagnen von fjp>media. Über Frau Düvel erfuhren wir dann, Paula und Alina, von diesem spannenden Event und beschlossen nach kurzem Überlegen, stellvertretend für die Schülerzeitung unserer Schule zur Buchmesse zu fahren.
Die Vorbereitung
Schwuppdiwupp stellten wir die Anträge auf Freistellung von der Schule, die zum Glück auch genehmigt wurden. So stand der großen Reise nichts mehr im Wege. Zur Vorbereitung trafen sich alle Teilnehmenden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, an einem Wochenende, um organisatorische Details zu besprechen und das Eis mit kleinen Spielen zu brechen. Beim gemeinsamen Abendessen am Freitag gab es Brötchen mit veganem Käse und Aufstrich. Paula stellte dabei fest, dass veganer Käse für sie eher wie Margarine schmeckt – also blieb das Brötchen trocken. Am Samstag folgte ein spannender Vortrag über BookTok, inklusive Diskussion über Vor- und Nachteile der Plattform. Nach dem Mittagessen bei Subway – eine überfordernde Erfahrung – ging es weitere mit einem Workshop zur Videobearbeitung. Alina war froh, Paula an ihrer Seite zu haben, da sie sich gut mit der App CapCut auskannte. Am Abend ging’s dann für alle etwas früher nach Hause – wohlverdient nach dem intensiven Tag. Da es Paula leider über Nacht entschärfte, war Alina am Sonntag auf sich selbst gestellt. Nachdem dieser erste Schock verdaut war, lernte sie viel über Interviewtechniken (ab sofort ist kein Lehrer mehr vor ihr sicher) – und der Tag verging wie im Flug.
Der große Tag – Leipzig, wir kommen!
Am 26. März war es endlich so weit. Alinas Mutter fuhr uns zum Bahnhof, wo wir die anderen Teilnehmer trafen. Nach einer pünktlichen Zugfahrt ging es mit Straßenbahn und Bus zum Hostel „Garten Eden“ in Leipzig-Lindenau. Unser Zimmer, das wir uns zu fünft teilten, hieß „Kalippo“. Paula bestand auf das obere Bett – eine Entscheidung, die sie später wegen der wackeligen Metallleiter bereute. Ihr Gepäck verteilte sich schnell auf beiden Betten. Da nur Frühstück gebucht war, gingen wir abends gemeinsam zum nahegelegenen Netto und ließen uns das Abendessen im Hostel schmecken. Danach spielten wir mit anderen das Musikspiel „Hitster“ – ein lustiger und musikalischer Abend.
Messestart am Donnerstag, 27. März
Nach einem leckeren Frühstück (besonders beliebt: die kleinen Zupfkuchenstücke) ging es los zum Hauptbahnhof. Jona, eine Betreuerin, führte uns souverän zu den richtigen Gleisen – doch es war unglaublich voll. Als die erste S-Bahn kam, passte niemand mehr rein. Zum Glück wurde ein Ersatzzug zur Verfügung gestellt, der uns direkt zum Messegelände brachte.
Die Massen an Menschen dort waren beeindruckend. Wir hielten uns an Eva, eine weitere Teilnehmerin, die mit ihrer bunten Einhornmütze und knapp zwei Metern Größe unübersehbar war. Dank unseres Presseausweises konnten wir an den Warteschlangen vorbei durch den Presseeingang hinein und auch unsere Jacken konnten wir an der separaten Garderobe abgeben. Unser erstes Ziel war die Eröffnung des Norwegen-Stands, denn Norwegen war das Gastland. Leider war kein Platz mehr frei. Also begannen wir, die Messe auf eigene Faust zu erkunden – vor allem Halle 3 und 4. Wir stöberten durch Buchhandlungen, besuchten eine Lesung aus dem Buch Nachtlügen und gönnten uns zum Mittag Handbrot: Alina mit Schinken und Käse, Paula mit Käse und Champignons – ein echter Genuss! Anschließend besuchten wir Halle 1 mit der Manga-Comic-Con, ein absolutes Highlight für Alina. Nach einem langen Tag voller Eindrücke waren wir um 18 Uhr froh, zurück ins Hostel zu fahren. Dort spielten wir mit Norman, Lan, Moritz und Wanja noch eine Runde Love Letters.
Freitag – voller Lesungen, Glücksräder und Signierstunden
Nach dem Frühstück wollten wir pünktlich zur Messe, da ein Treffen mit der Jugendpresse Sachsen geplant war. Leider hatte der Zug Verspätung, und wir kamen erst nach Messestart an. Paula und Alina gingen deshalb direkt zu einem Glücksrad-Stand, bei dem Paula vorher versichert hatte: „Da gewinnt man immer.“ Danach ging’s im Eilschritt zum LYX-Verlag, wo sich schon eine lange Schlange gebildet hatte. Wir ärgerten uns ein wenig, nicht schon am Donnerstag dort gewesen zu sein. Zur Aufmunterung holte sich Paula einen Crêpe, Alina beobachtete währenddessen Eckart von Hirschhausen im Signierbereich. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit kamen wir endlich in den rosa Traum des LYX-Stands – und blieben dort fast eine ganze Stunde. Danach suchten wir uns etwas zu essen (Langos in Halle 2 – superlecker!), besuchten eine Lesung zu House of Destiny und trafen sogar die Autorin Marah Woolf persönlich. Später hörten wir noch ein Gespräch zu den Romanen Ask My Why und Trust Me More. Auf dem Rückweg zum Pressezentrum kamen wir an einer riesigen Schlange vorbei – der Grund: eine Signierstunde von Sebastian Fitzek. In der Glashalle ruhten wir uns noch kurz aus und beobachteten die bunt gekleideten Cosplayerinnen und Cosplayer. Gegen 18 Uhr verließen wir die Messe und fuhren zurück. Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen, sprachen mit den anderen Teilnehmenden – und fielen irgendwann total k.o. ins Bett.
Abschied und Fazit
Am Samstagmorgen kamen wir noch einmal als Gruppe zusammen und tauschten unsere Erlebnisse aus. Gegen 11 Uhr wurden Alina und Paula von Paulas Vater abgeholt und zurück nach Magdeburg gebracht. Damit war unser Abenteuer Leipziger Buchmesse vorbei, aber wir sind uns einig: Es war eine einmalige Erfahrung und wir würden definitiv wieder hinfahren.

Text: Alina Sofia Lehmann
Bild: Alina Sofia Lehmann/Paula Lahne